Japan – faszinierend anders
Wer die Gelegenheit im Zuge einer Sprachreise oder bei einem Aufenthalt in Asien einen Zwischenstopp in Japan zu machen, der sollte das unbedingt tun! Das Land der aufgehenden Sonne, wie Japan oft bezeichnet wird, ist faszinierend anders. Nicht nur
Literatur, Kunst und Theater unterscheiden sich stark von der westlichen Tradition, auch der Alltag in Japan hat nur wenig mit dem unseren gemein. Und gerade das macht eine Reise nach Japan so spannend…
Höfliche Umgangsformen sind in Japan äußerst wichtig. Obwohl die Japaner gegenüber Ausländern sehr tolerant sind, sollte man sich vor einer Asienreise etwas mit der Lebensweise der Japaner vertraut machen.
Die Einladung durch einen japanischen Gastgeber ist eine seltene und deshalb besondere Ehre. Man sollte deshalb auf jeden Fall ein paar Dinge beachten:
- Bei der Begrüßung verneigt man sich.
- Außerdem ist es in Japan üblich, dem Gastgeber, als Dank für die Einladung ein kleines Geschenk mitzubringen.
- Betritt man eine japanische Wohnung, so sollte man die Schuhe
ausziehen und die Schuhe mit den Schuhspitzen zur Eingangstüre
abstellen. - Zu Tisch Stäbchen (gekonnt) zu benutzen ist bei den Japanern ebenso beliebt.
Neben diesen einfachen Gesten, ist die Höflichkeit aber auch in der japanischen Sprache tief verwurzelt. Das Keigo ist jener Teil der japanischen Sprache, der sich mit der Höflichkeit befasst. Anders als im Deutschen, wo wir lediglich zwischen „Du“ und „Sie“ unterscheiden, stellt das Japanische komplexe Höflichkeitsformen zur Verfügung. Grundgedanke des Keigo ist es dem Gesprächspartner gegenüber Respekt auszudrücken. Man selbst gibt sich bescheiden. Die verschiedenen
Höflichkeitsebenen des Japanischen sind nicht nur nuancenreich, sondern oft auch fließend. Die Teneigo-Form beispielsweise wird unter Erwachsenen verwendet. Und zwar dann, wenn keine besondere Vertrautheit vorliegt, allerdings auch keine hierarchische Beziehung zum Gegenüber besteht. Sonkeigo hingegen kommt dann zum Einsatz, wenn man dem Gesprächspartner gegenüber besonderen Respekt ausdrücken möchte. Deshalb ist das Sonkeigo in einem förmlichen, professionellen Umfeld zu benutzen. Hierarchieunterschiede werden über das Sonkeigo deutlich gemacht. Um Sachverhalte, Begebenheiten etc, auszudrücken, die mit dem Sprecher selbst zu tun haben, wird das Kenjōgo verwendet.
Der Schönheit der Natur verleihen die Japaner mit den japanischen Gärten Ausdruck, wobei die Farbe Grün vorherrscht. In einem japanischen Garten wird man nie Jahrespflanzen antreffen, da die Japaner, ist ein Gartner ersteinmal angelegt, diesen nicht mehr verändern. In Japan gibt es viele verschieden Stile der Gartengestaltung. Zen-Gärten beispielsweise wurden ursprünglich angelegt, um einen Ort zu schaffen, der die Japaner bei der Meditation unterstütze. Die Kare-Sansui Gärten oder Sandgärten bestehen aus weißem Sand und
Steinen, wobei der Sand das Meer und die Steine die Berge symbolisieren. Zu den kunstvollsten Gärten zählen sicher die
Paradiesgärten, welche – wie der Name bereits verrät – das Paradies des Buddha Amida beschreiben. Ursprünglich stammt der Paradiesgarten mit seinem Gartensee und den ihn umgebenden Inseln aus dem chinesischen Kulturkreis. Die Architektur der Gärten möchte man fast sagen stützt sich auf Jodo-Mandalas, keine Perspektive sieht aus wie die andere. Dem
Betrachter des Gartens soll so die eigene Vergänglichkeit vor Augen geführt werden.
Die Schwertschmiedekunst, die Töpferkunst, Seiden- und Papiermalerei, Kalligraphie – eines lässt sich hier deutlich ableiten, die Kunst der Japaner ist wohl als eine Gebrauchskunst zu beschreiben. Eine Gebrauchskunst jedoch, die auf eine lange Tradition zurückblickt. Ebenso wie die
japanische Literatur. Die Literaturformen Japans wie das Monogatari beispielsweise sind nur wenigen bekannt. Lange ließe sich über die faszinierenden Besonderheiten der japanischen Kultur sprechen.
Es gibt viel zu entdecken in Japan und gerade deshalb begeben sich immer mehr auf Entdeckungsreise. Viele wollen auch die Sprache Japans erlernen, um die Kultur besser zu verstehen, so kommt es, dass viele einen Sprachaufenthalt in Japan der klassischen Sprachreise Frankreich vorziehen.